Archiv – Spielzeit 2025/26

Wo sind denn alle?

von Leo Meier und Emil Borgeest

Wo sind denn alle?

Gut sichtbar prangt er an der Wand. Glücklicherweise nur für die Person, die den Raum bewohnt. Das Motiv des Flecks taucht als Symbol für Schuld und Makel an den Händen von Lady Macbeth oder als Zeichen für einen lächerlichen Riss in der Welt in Büchners Leonce und Lena  auf.  In Wo sind denn alle? des Autorenduos Emil Borgeest und Leo Meier versuchen vier Nachbar*innen, schamhaft den Wasserfleck loszuwerden.  Unberufen kommt Olaf Meier, der fast 30 Jahre die Telefonseelsorge Duisburg / Mülheim / Oberhausen geleitet hat, in unsere kleine Gesellschaft. Vielleicht kann er uns dabei helfen, mit dieser verdammten Einsamkeit umzugehen.

Nach den Publikumserfolgen zwei herren von real madrid und fünf minuten stille schreibt Leo Meier nun zusammen mit Emil Borgeest ein neues Stück für das S.T.M. Gemeinsam mit dem Ensemble stellen sie zentrale Fragen unserer Zeit:

Wie entsteht Gemeinschaft? Wie entsteht Einsamkeit? Und: Wo sind denn alle?  

TEAM

Bühne & Kostüm
Dramaturgie

Pressestimmen

Wer denkt, dass auf der Moerser Bühne ein Trauerspiel seinen Lauf nimmt, der irrt. Es dauert keine Minute, bis im Publikum gekichert wird. Und das bleibt auch so. Abgesehen von den optisch und schauspielerisch aberwitzig gezeichneten Figuren, wird das ernste Thema auch in urkomische Dialoge verpackt. Aus dem Gemeinschaftswerk liest man die Handschrift von Leo Meier, der die Gabe hat, lakonische Sprache zwischen Witz und Trostlosigkeit changieren zu lassen. Offenbar ist er, was Stil, Sprachgefühl und Humor betrifft, mit Emil Borgeest auf einer Wellenlänge. Im Stück schwingt selbst dann ein fast zärtlicher Unterton und ein Hauch von Zuversicht mit, wenn sich Wut oder Traurigkeit voller Wucht entladen. Es ist ein Wechselbad: Erst lacht man über groteske Szenen wie die, als Matthias Heße als neugieriger Mieter mit gewieften Fragen etwas über das XXL-Paket seines Nachbarn erfahren möchte. Dann hört man Letzteren nach einer Gefühlsexplosion voller Schmerz „Wo ist ein guter Freund, der mich in den Arm nimmt?“ rufen. Wie Linus Ebner diesen zwischen Wahn und Schwermut Taumelnden spielt, ist grandios. Überhaupt: Das ganze Ensemble ist fantastisch. Sie alle haben ein so gutes Gespür für den Ton des Textes, dass die Gratwanderung zwischen Spaß und Ernst gelingt und es stets lustig, aber nicht albern ist.

Julia Plaschke, Die Deutsche Bühne, 27.02.2026

Leo Meier und Emil Borgeest beschäftigen sich mit einem zentralen Problem unserer Gesellschaft. Dem Fehlen von Begegnungen, der wachsenden Vereinzelung, der Soziophobie, die daraus entstehen kann. Es gibt viele leise Pointen und skurrile Momente in diesem Stück. Leo Meier ist – nicht nur in seinem auf vielen Bühnen gespielten Hit „Zwei Herren von Real Madrid“ – ein Autor, der Tiefgang mit Unterhaltung, Probleme mit Witz verbindet. „Wo sind denn alle?“ ist ein sympathisches, 80 Minuten kurzes Stück, das viel anreißt und dem ausgezeichneten Ensemble des Schlosstheaters Moers große Spielräume gibt. 

Stefan Keim, Theater der Zeit, 27.02.2026

Meier und Borgeest schaffen es in ihrem neuen Stück auf unnachahmliche Weise, Tragik und Komik, Slapstick und Schwermut miteinander zu kombinieren. Der mit einer absurden Phantasie gesegnete Leo Meier ist einer der begnadetsten Komödienschreiber der jüngsten Zeit. In seinem neuen, gemeinsam mit Emil Borgeest geschriebenen Stück thematisiert er die Einsamkeit als Gesellschaftskrankheit und holt sich seinen Vater als Experten des Alltags auf die Bühne. So wird „Wo sind denn alle?“ zum bisher nachdenklichsten Stück des Autors.

Dietmar Zimmermann, theater:pur, 28.02.2026

Dieses Stück gibt es nirgendwo anders als in der Grafenstadt zu sehen: „Wo sind denn alle“ wurde vom Autorenduo Leo Meier und Emil Borgeest eigens für das Schlosstheater Moers geschrieben und inszeniert. Inhaltlich geht es um zentrale Fragen unserer Zeit: Wie entsteht Gemeinschaft? Wie entsteht Einsamkeit? Was unterscheidet Alleinsein von Vereinsamung? Am Ende der Premiere ein zu Recht langer, heftiger und dankender Schlussapplaus.

Olaf Reifegerste, Rheinische Post, 03.03.2026 


Trailer Wo sind denn alle?

© Siegersbusch

Spielort

Schloss, Kastell 9, 47441 Moers

2025/26

  1. Premiere 25. Okt. 2025 Schloss
    Der Frieden nach Aristophanes und Antoine Vitez. Deutsch von Claus Bremer, Hartmut Kirste und Lothar Sprees
    Leider verpasst
  2. Premiere 30. Nov. 2025 Bollwerk 107
    Anfall und Ente von Sigrid Behrens
    Leider verpasst
  3. Premiere 13. Dez. 2025 Kapelle
    Söhne von Marine Bachelot Nguyen. Deutsch von Claudia Hamm
    Leider verpasst
  4. Premiere 26. Feb. 2026 Schloss
    Wo sind denn alle? von Leo Meier und Emil Borgeest
    Leider verpasst
  5. Premiere 10. Apr. 2026 Studio
    Junges S.T.M.
    20. Juli: Ein Zeitstück von Bernhard Schlink
    Leider verpasst
  6. Früher war alles besser! Politisch Defekt – Talk-Format
    Leider verpasst
  7. Premiere 15. Mai. 2026 Studio
    Junges S.T.M.
    Leider verpasst
  8. Premiere 24. Mai. 2026 Studio
    Coward’s heart von und mit Catherine Elsen
    Leider verpasst
  9. Premiere 5. Jun. 2026 Kapelle
    Adams Äpfel von Anders Thomas Jensen | Eine Zusammenarbeit mit der Folkwang Universität der Künste
    Leider verpasst
  10. Democrisis Das Theatergame zur Rettung der Demokratie
    Leider verpasst
  11. Das Märchen von Maus, dem verwunschenen Königskind von Lukas Schneider, Hannes Kapsch, Nasti, Johannes Worms
    Leider verpasst
  12. Die Rollende Stadt Schauspiel mit Fahrrad und Figuren von Christoph Buchfink
    Leider verpasst
  13. Improworkshop ab 10 Jahren
    Leider verpasst
  14. EARHART Der abenteuerliche Flug einer Wühlmaus um die Welt von Torben Kuhlmann, Bühnenfassung von Adrian Paco Ammon
    Leider verpasst
  15. südpol.windstill von Armela Madreiter
    Leider verpasst
  16. Die Frau und ihr Fischer Ein Märchen über die Gier und das Genug
    Leider verpasst
  17. ACHTUNG! Bau:stille Ein partizipatives Geräuschtheater von Caroline Heinmann und Kai Fischer
    Leider verpasst
  18. Leider verpasst
  19. in liebe, Ein bewegendes Theaterstück über Freundschaft, Verlust und Ehrenmord
    Leider verpasst
  20. Jubiläumsparty 20 Jahre Junges STM im Anschluss an die Preisverleihung
    Leider verpasst
  21. Premiere 7. Jul. 2026 Studio
    Junges S.T.M.
    Leider verpasst
  22. Premiere 30. Apr. 2026 Schloss
    Ruf des Lebens nach Arthur Schnitzler
    Leider verpasst
  23. 34. Penguin’s Days Kinder- und Jugendtheaterfestival
  24. Café Matinée im Peschkenhaus
  25. Café Matinée Theatercafé im Peschkenhaus
  26. Der Frieden – Matinée nach Aristophanes und Antoine Vitez
  27. Dieser Drang nach Härte Autorinnenlesung von und mit Eva von Redecker
  28. Gemeinsam schauen – Der Frieden Theater-Speed-Dating
  29. Gemeinsam schauen – Ruf des Lebens Rahmenveranstaltung zur Vorstellung "Ruf des Lebens"
  30. Gemeinsam schauen – Söhne Theater-Speed-Dating
  31. GUDE LEUDE vs. KI Gastspiel
  32. Kunst von Yasmina Reza. Deutsch von Eugen Helmlé
  33. Moerser Perspektiven Podiumsdiskussion im Schlosstheater Moers
  34. Queerer Stammtisch im S.T.M. Ein safer space für LGBTQIA+* Menschen, Unentschlossene und Allies
  35. Ruf des Lebens – Matinée nach Arthur Schnitzler
  36. Schatten und Lippen Lesung von und mit Marine Bachelot Nguyen. Deutsch von André Hansen
  37. Schloss- und Theaterfest Tag des offenen Denkmals
  38. Söhne – Matinée von Marine Bachelot Nguyen
  39. Wo sind denn alle? – Matinée von Emil Borgeest und Leo Meier
  40. Wo sind denn alle? Na, hier! Lesung von und mit Emil Borgeest, Leo und Olaf Meier und dem Ensemble
  41. Zeit der Verluste von und mit Daniel Schreiber
  42. Zum ewigen Frieden Marathonlesung mit Publikumsbeteiligung

Ihr monatliches Theater Update

Schönes und wichtiges rund um das Schlosstheater Moers