Höhlenmalereien in Indonesien, Afrika und Europa deuten darauf hin: Vor mehr als 40.000 Jahren hielten Menschen Eindrücke aus ihrem Leben fest, die über bloße Darstellungen des Alltags hinausreichten. Handabdrücke, dynamische Tierszenen und fantastische Tier-Mensch-Hybride erzählen eine Symbiose von Mensch, Tier und Umwelt, die auch als Reflexion über das Dasein selbst betrachtet werden kann. In Bildern träumte der Mensch; an Höhlenwänden vermischten sich seine Sehnsucht nach Schönheit und sein Streben nach dem höheren Sinn.
Mit der landwirtschaftlichen Revolution vor gut 11.000 Jahren verschob sich das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt: Ackerbau, Metall, Schrift, Städte, Kriege, Industrie. Die globale Zivilisation nahm ihren Lauf. Die Klimakatastrophe ebenso.
Während Stürme toben, Länder im Wasser versinken, Wälder abbrennen, Erdbeben die Kontinente zerfurchen und Vulkanasche sich wie eine Decke über Himmel und Erde legt, flieht eine kleine Gruppe von Menschen zurück in den Ursprung ihrer Träume: die Höhle. Dort harren sie aus, klammern sich im Dunkeln an ihre Lieder, an ihre Bilder und Geschichten, pressen ihre Handflächen in das feuchte Gestein. Und sie fragen sich, was uns eigentlich noch bleibt nach dem Ende der Welt.
Spielort
Schloss, Kastell 9, 47441 Moers